Fragen an die Bewerbungsberaterin

Während des Bewerbungsprozesses stehen viele Bewerber vor ähnlichen Fragen. Scheinbar perfekte Bewerbungsunterlagen und eine gute Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch bilden hervorragende Voraussetzungen, um einen Traumjob tatsächlich zu bekommen. Dennoch haben Sie damit bestenfalls „die halbe Miete“ in der Tasche. Eine Bewerbungsphase besteht nicht nur aus der Erstellung der Bewerbungsunterlagen und Ihrem offiziellen Auftritt im Unternehmen. Es gibt zusätzliche Kontaktsituationen, in denen man Professionalität wahren sollte. In dieser Rubrik werden Fragen von Bewerbern aufgegriffen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt, und Möglichkeiten zur Lösung aufgezeigt, die mehrere Standpunkte integrieren. Bei Fragen oder zur Terminvereinbarung verwenden Sie bitte das Kontaktformular.

♦ Jürgen ist bedrückt: „Letzte Woche hatte ich mich bei einem Unternehmen beworben. Drei Tage später kam ein Anruf, die Stelle sei bereits besetzt. Und heute sehe ich auf dem Stellenportal des Unternehmens, dass dieselbe Vakanz noch einmal inseriert wurde. Soll ich mich erneut bewerben?“

Simone rät ab: „Lieber Jürgen, nicht überall erhält man eine ehrliche Antwort bei der Absage. Diese Offenheit liegt nicht jedem Personaler, auch nicht jedem Kandidaten. Schauen Sie sich bei anderen Unternehmen um und gehen Sie auf dieses erst wieder nach ein paar Wochen zu. Dann können Sie wiederum auf Ihren Kontakt verweisen.“

♦ Karin wird es langsam alles zu viel: „Mehrfach wurde ich zu Bewerbungsgesprächen eingeladen und bekam danach immer eine Absage. Ich habe ein Kind, das während der Arbeitszeit in der Krippe betreut wird, und viele in meinem Berufsfeld sind deutlich jünger. Ist es in der Schweiz wirklich so schwer, mit Kind und ab 40 einen Job zu bekommen?“

Simone glaubt nicht, dass es daran liegt: „Liebe Karin, Sie wurden mehrfach eingeladen, obwohl, vielleicht sogar gerade weil man Ihre Bedingungen kennt. Die Leser Ihrer Bewerbungsunterlagen schätzen Ihre Berufserfahrung und akzeptieren im Vorfeld den Teilzeitwunsch. Wäre dies anders, würde man Zeit und Mühen des Interviews gar nicht erst eingehen. Überdenken Sie Ihr Verhalten im Bewerbungsgespräch, denn in diesem Zusammenhang scheint sich ja das Blatt für Sie gewendet zu haben. Üben Sie Gesprächssituationen, eventuell mit professioneller Hilfe.“

♦ Günter kommt aus der Verwunderung nicht heraus: „Gestern hatte ich ein Bewerbungsgespräch, die Firma wurde von zwei Personen vertreten. Die Dame aus der Personalabteilung war noch extrem jung und wirkte distanziert. Was bedeutet das für mich?“

Simones Antwort: „Keine Sorge. In solchen Gesprächen verhalten sich viele Menschen neutral und versuchen, sich nicht in die Karten schauen zu lassen. Nehmen Sie das Verhalten anderer Personen während der Interviews niemals persönlich.“

♦ Brigitte meldet sich nervös: „Ich hatte mich beworben und bekam einen Anruf wegen eines Termins. Leider war ich nicht schnell genug am Handy und mein dreijähriger Sohn hat mit dem Handy gespielt und den Anruf weggedrückt. Ich habe dann sofort zurückgerufen und mich entschuldigt. Man hat mich zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Habe ich jetzt einen Nachteil, ich meine, wegen der Geschichte mit dem weggedrückten Anruf?“

Simone antwortet: „Nein, so etwas ist absolut menschlich. Vermeiden Sie in Zukunft solche Situationen, indem Sie Ihre angegebene Kontaktnummer ausschließlich selbst bedienen. Und schaffen Sie für den Rückruf einen ungestörten Raum. Es ist immer gut, wenn der zukünftige Arbeitgeber sieht, dass Sie berufliche und private Lebensbereich voneinander trennen. Viel Erfolg bei Ihrem Gespräch!“

♦ Leon beendet demnächst sein Informatikstudium. Er denkt laut: „Eigentlich möchte ich in einem Großunternehmen arbeiten, aber der Ruf vieler internationaler Unternehmen wird immer schlechter. Wäre nicht doch ein kleineres Unternehmen geeignet für mich?“

Simone macht ihm Mut: „Lass Dich nicht von Unkenrufen beirren, sondern höre tief in Dich rein, in welche Art von Unternehmen es Dich innerlich zieht. Es mag in kleineren Unternehmen familiärer zugehen. In größeren begegnest Du sehr viel mehr Menschen und hast dadurch die Chance, sehr viel zu lernen.“

♦ Gaby macht sich Sorgen: „Nächste Woche habe ich ein Bewerbungsgespräch. In solchen Situationen bin ich immer so aufgeregt. Was soll ich tun?“

Simone meint: „Liebe Gaby, ein bisschen gesunder Respekt vor einer solchen Situation gehört dazu. Das wissen auch Ihre Interviewpartner. Bereiten Sie sich ausführlich auf das Gespräch vor und nehmen Sie Ihre Nervosität erst einmal an. Das Ankämpfen dagegen würde Sie zusätzliche Energie kosten. Im Gesprächsverlauf verliert sich die Nervosität meistens. Falls Sie das Gefühl haben, in solchen Situation dauerhaft gehemmt zu sein, empfehle ich ein Präsentations- oder Rhetorik-Training bei einer einfühlsamen Fachperson.“

♦ Maria will wissen: „Nach meiner Familienzeit würde ich gerne wieder in meinen alten Beruf einsteigen. Ein 80%-Pensum wäre super. Wenn ich mich auf Vollzeitstellen bewerbe, wann frage ich an, ob die 80% an Pensum ok wären?“

Simone findet: „Das ist eine gute Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Greifen Sie zum Hörer und rufen Sie an. Wenn Sie sich dann tatsächlich bewerben, können Sie sich auf das Gespräch beziehen und schlagen somit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.“

♦ Bernd grübelt: „Noch heute könnte ich mich dafür ohrfeigen, dass  ich vor 20 Jahren mein BWL-Studium kurz vor dem Examen geschmissen habe. Zwar konnte ich mich in einem Unternehmen hocharbeiten, aber nun wird mein Job wegrationalisiert. Wie gehe ich in der Bewerbung mit dem abgebrochenen Studium um?“

Simones Antwort: „Hallo Bernd, offensichtlich konnten Sie Ihre Karriere bis heute auch ohne Examen recht weit entwickeln. Sofern Ihr neuer Job keinen berufsqualifizierenden Abschluss erfordert, stellt ein Studienabbruch kein Problem dar, schon gar nicht nach zwanzig Jahren. Geben Sie Ihre genaue Studienzeit und Ihre Studienschwerpunkte im Lebenslauf genau an und heben Sie Teilqualifikationen wie beispielsweise ein Vordiplom, eine Zwischenprüfung oder ähnliches hervor und legen Sie Ihren Unterlagen Kopien wichtiger Leistungsnachweise bei.“

♦ Heidi macht sich folgende Gedanken: „Ich bewerbe mich per Mail und hänge sämtliche Unterlagen als PDF-Dateien an, auch das Motivationsschreiben. Im Mailtext möchte ich mich kurz halten. Ist das in Ordnung?“

Simone findet: „Das ist in Ordnung. Verwenden Sie die Grußformeln wie im Brief, also Sehr geehrte(r)… und Mit freundlichen Grüßen. Höflichkeit öffnet Ihnen Türen.“

♦ Hans will wissen: „Was versteht man unter einem aktuellen Lebenslauf?“

Simone meint: „Alle Informationen befinden sich auf dem status quo von heute. Wenn Sie bereits ein passables CV abgespeichert haben, kontrollieren Sie insbesondere die letzten beruflichen Stationen und gewähren Sie dem Leser einen Einblick in Ihre derzeitige Situation. Vergessen Sie nicht, Ihre Adresse und Kontaktdaten zu aktualisieren und geben Sie Kontaktmöglichkeiten an, über die Sie tagsüber zu erreichen sind. Stellen Sie Ihre Erreichbarkeit sicher.“

♦ Und immer wieder kommen Fragen wie diese: „Ich bin in mehreren sozialen Netzwerken tätig. Erhöht das meine Chance, gefunden zu werden?“

Simone meint: „Lieber ein bis zwei ordentlich gepflegte und authentische Profile als diverse oberflächliche Präsenzen, die nicht regelmäßig aktualisiert und deren Postfächer ignoriert werden. Das schönste Angebot nützt nichts, wenn Sie es nicht mitbekommen. Behandeln Sie Ihren Posteingang auf Plattformen wie Ihren Briefkasten und schenken Sie ihm regelmäßig Aufmerksamkeit.“

♦ Susanne ist happy: „Man will mich zu einem ersten Bewerbungsinterview einladen. Weitere Gespräche würden folgen, wenn alles gut klappt. Ich befinde mich in ungekündigter Stellung. Darf ich sagen, dass ich zu einer Randzeit oder am Abend kommen möchte?“

Simone antwortet: „Das sollte kein Problem sein und ist üblich, sofern alle beteiligten Gesprächspartner dies ermöglichen können. Überlegen Sie sich genau, wie sehr Sie die Flexibilität anderer für sich in Anspruch nehmen möchten. Sie setzen durch Ihr Verhalten im Bewerbungsprozess bereits Signale zu Ihrer Einstellung im zukünftigen Job.“

♦ Werner ist sich nicht ganz sicher: „Ein Headhunter hat mich auf eine Stelle aufmerksam gemacht, die spannend klingt und zu mir passt. Zu interessiert sollte man sich nicht geben, das habe ich zumindest gehört. Wie mache ich dem Headhunter klar, dass mich die Stelle wirklich reizt?“ 

Simone rät: „Das Taktieren ist ein Balanceakt und eine gewisse Zurückhaltung schadet nicht, zumindest nicht am Anfang, so lange Sie noch nicht alle Informationen haben. Trotzdem sollten Sie sich verbindlich zeigen und Interesse deutlich signalisieren, in dem Sie klar antworten und kommunizieren. Zu viel Zögern und zu viele VIELLEICHTS können Sie unsicher wirken lassen.“

♦ Nicole überlegt sich: „Was bringen die Businessplattformen im Internet. Brauche ich da wirklich überall ein Profil?“

Simone meint: „Headhunter, Jobvermittler und zum Teil auch Personalmenschen, die Spezialisten für ihr Unternehmen suchen, sind auf den Plattformen sehr aktiv. Gefunden werden können Sie nur, wenn Sie auf den Plattformen präsent sind. Ein gepflegtes Profil auf einer Plattform bringt Sie sicher weiter als wenn Sie auf mehreren angefangene oder unvollständige Profile haben und Sie dann nicht pflegen. Mein Tipp: Wählen Sie eine Plattform aus, die Ihnen sympathisch ist und wo Mitabeiter Ihrer Zielfirmen vertreten sind. Optimieren Sie dort Ihr Profil. Loggen Sie sich regelmäßig und betreiben Sie zielgerichtetes Netzwerken.“

♦ Veith versteht die Welt nicht mehr: „Ständig rufen mich irgendwelche Headhunter im Büro an. Manchmal würde ich gerne mehr über eine Vakanz erfahren, aber ich kann doch nicht am Arbeitsplatz über so etwas diskutieren.“

Simone hat folgende Idee für ihn: „Bitten Sie die Person, Sie auf Ihrer Mobilfunknummer anzurufen und vereinbaren Sie einen Termin, an dem Sie ungestört reden können, höflich, aber bestimmt. Vielleicht geht es bei der Vakanz um Ihren Traumjob! Falls nicht, könnten Sie etwas über den Markt erfahren und einen Kontakt aufbauen.“

♦ Anna wirkt genervt: „Simone, warum gebe ich mir so viel Mühe bei der Erstellung meines Lebenslaufs, wenn mich die Personaler dann im Gespräch nach Dingen fragen, die dort geschrieben stehen?“ 

Simone beruhigt sie: „Anna, man möchte mit Ihnen ins Gespräch kommen und sucht nach geeigneten Anknüpfungspunkten. Zeigen Sie, dass Sie gerne antworten. Das bringt Ihnen Pluspunkte.“

♦ Jan hakt nach: „Wenn ich mich per Mail bewerbe, wie mache ich das mit dem Anschreiben?“

Simone schlägt ihm vor: „Ich sehe hier drei Möglichkeiten: Entweder Sie verfassen ein normales Anschreiben wie in einem Brief, speichern es als PDF ab und verschicken es im Anhang mit einem kurzen Hinweis in der Nachricht, dass sich das Anschreiben (Motivationsschreiben) im Anhang befindet. Einschließlich der gängigen Adressfelder für einen Brief sollte es nicht länger als eine A4-Seite sein. Alternativ können Sie den Text in die E-Mail kopieren. Eine weitere Möglichkeit sehe ich darin, einen kurzen Text als Mail zu verfassen und anstelle eines ausführlichen Anschreibens eine „knackige“ Management Summary“ in den Lebenslauf zu stellen. Grundsätzlich gilt zu beachten, dass eine E-Mail genauso höflich gehalten wird wie ein Brief. Verzichten Sie auf saloppe Anreden wie Hallo oder Hi und beenden Sie die Mail mit einer Signatur, aus der Ihre Adresse hervorgeht. Auch eine Bewerbung per E-Mail muss formal als Bewerbung erkennbar sein.“

♦ Andreas hat folgende Bedenken: „Ich habe ein Stelleninserat in meinem Wunschunternehmen gesehen und würde mich sehr gerne bewerben. Leider erfülle ich nicht alle geforderten Kriterien. Soll ich trotzdem meine Unterlagen verschicken?“

Simone antwortet: „Lieber Andreas, rufen Sie die im Inserat angegebene Kontaktperson an und fragen Sie konkret nach. Bekunden Sie Ihr Interesse an der Position, schildern Sie kurz Ihre Situation und bitten Sie um eine Einschätzung. Sollten Sie für die avisierte Position nicht in Betracht gezogen werden, erkundigen Sie sich nach einer Möglichkeit, Ihre Unterlagen für eine andere Position in diesem Unternehmen, die besser zu Ihnen passt, deponieren zu können. In jedem Fall können Sie schon einmal einen direkten Kontakt in Ihrem Wunschunternehmen für sich verbuchen.“

♦ Michaela möchte wissen: „Ich befinde mich gerade in einem Bewerbungsprozess für ein Großunternehmen. Dort gibt es einen für mich zuständigen Recruiter, mit dem ich bereits ein Telefonat und ein Interview hatte. Bezüglich der unterschiedlichen Anliegen und Themen wie Terminvereinbarungen oder der Bitte um weitere Unterlagen kontaktieren mich immer wieder unterschiedliche Personen. Auf mich wirkt das verwirrend. Sollte ich mich nicht in sämtlichen Anliegen grundsätzlich an den Recruiter wenden?“

Simone rät: „Liebe Michaela, Großunternehmen teilen die Rekrutierungsaktivitäten gerne auf. Melden Sie sich stets bei der Person, die Sie kontaktiert hat und versuchen Sie, deren Aufforderung nachzukommen. Haken Sie ruhig nach, falls Ihnen etwas unklar erscheint. Aber wenden Sie sich direkt an den Absender und fragen Sie nur dann nach, wenn Sie wirklich etwas wissen möchten oder wenn Sie das Gefühl haben, dass der Prozess stockt. Wenn sich ein Bewerber nach jeder Mail, die er verschickt hat, Rückversicherung erbittet, dass diese auch angekommen ist, kann dies als Unsicherheit ausgelegt werden.

♦ Horst interessiert: „Gebe ich meine Hobbys tatsächlich im CV an?“

Simone meint: „Sie müssen nicht, aber Sie dürfen es und können sich dadurch anderen Mitbewerbern gegenüber hervorheben. Der Arbeitgeber erfährt so einerseits, wie Sie auf Ihre Work-Life-Balance achten. Wenn Sie andererseits Ihre Hobbys spezifizieren, lässt das Ihr CV noch individueller wirken. Benennen Sie beispielsweise Sportarten oder Genres in Literatur und Film, die Sie besonders faszinieren und erwähnen Sie Preise und Auszeichnungen, die Sie im Rahmen einer Freizeitaktivität erhalten haben.“

♦ Andrea will folgendes wissen: „Meine Sammlung an Zeugnissen und Zertifikaten wird immer umfangreicher. Für jede PC-Schulung und für jede interne Weiterbildung gibt es ein schickes Zertifikat. Wenn ich mich extern bewerbe, muss ich dann wirklich alles mitschicken?“

Simone antwortet: „Liebe Andrea, freuen Sie sich doch, dass man Sie weiterbildet und Ihnen das auch noch in ansprechender Form dokumentiert! Sortieren Sie Ihre Dokumente nach Themen und chronologisch rückwärts: „Abschlusszeugnisse und Diplome“, „Arbeitszeugnisse“ und „Weiterbildungen“. Erstellen Sie zu jedem Thema eine Scandatei und reichen Sie die Weiterbildungen bzw. die Sammlung an Eintageskursen erst dann ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Wenn Sie berufsbegleitend ein Nachdiplom abgelegt  oder einen längeren Kurs absolviert haben, fügen Sie diese Bescheinigung(en) den Abschlusszeugnissen hinzu. Setzen Sie Prioritäten und reduzieren Sie sich im ersten Bewerbungsschritt auf die wichtigsten und aktuellen Dokumente als Beilage. Entlasten Sie den Recruiter und scannen Sie nicht jedes Dokument einzeln ein.

♦ Peter mailt: „Nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Bank in Basel. Noch arbeite ich bei einem Finanzdienstleister in Frankfurt und bekomme dort einen Firmenwagen, den ich in einem gewissen Rahmen privat nutzen darf. Kann ich in der Schweiz ebenfalls mit einem Firmenwagen rechnen?“

Simone schreibt zurück: „Peter, das hängt von der Position ab, für die Sie sich bewerben. Beinhaltet sie eine häufige Reisetätigkeit in Gegenden, die durch öffentliche Verkehrsmittel nicht gut erschlossen sind, ist es durchaus möglich, dass man Ihnen einen Firmenwagen anbietet. Ohne Reisetätigkeit, als ,nice-to-have` sind Firmenwagen in der Schweiz längst nicht an der Tagesordnung. Rechnen Sie also nicht automatisch mit einem PKW als Gehaltsbestandteil, auch, wenn Sie derzeit einen haben.“

♦ Margit fragt: „Ich habe mich als stellvertretende Filialleiterin bei einer Modehauskette beworben und als Kontaktmöglichkeit meine Mobilfunknummer angegeben. Wenn mich jetzt jemand aus der Personalabteilung anruft und ich stehe im Supermarkt an der Kasse, wie verhalte ich mich? Jemand hat mir geraten, in allen Lebenslagen erreichbar zu sein.“

Simone antwortet: „Liebe Margit, es war vollkommen richtig, eine Mobilfunknummer als Kontaktmöglichkeit anzugeben. So zeigen Sie sich flexibel und erfahren unterwegs sofort, auf welche Resonanz Ihre Bewerbung stößt. Bedanken Sie sich für den Rückruf und verabreden sie mit der Person einen zeitnahen Termin, an dem Sie sich telefonisch melden. Sagen Sie ruhig, dass Sie unterwegs sind, nicht frei sprechen können und daher gerne zurückrufen würden. Das ist in einer solchen Situation völlig legitim. Ein Erstgespräch mit einem Bewerber sollte in geschütztem Rahmen stattfinden und Ihnen die Möglichkeit geben, so professionell wie möglich zu antworten. Wie sollte dies stattfinden, wenn Sie gleichzeitig mit einem Einkauf beschäftigt sind? Wichtig ist, dass der Termin wirklich zeitnah vereinbart wird. Zeigen Sie, wie gut Sie Ihre Chefin in Zukunft vertreten können und beweisen Sie in dieser hektischen Situation einen kühlen Kopf!“

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